The Big Open

Ein Bilderbuch übers Outback

16.03. – 28.03.2016

Unsere Fahrt ins „Raus“, ins tiefe Outback von New South Wales führt uns durch sagenhafte Landschaften. Die Australier nennen diese Szenerie „the big open“. Und da ist was dran. Von hier bis zum Horizont ist wenig bis nichts und hinter dem Horizont geht es so weiter.

Doch immer wieder wird dieses Outback von kleinen oder großen und manchmal kuriosen Eyecatchern unterbrochen. Und auch Ortschaften gibt es. Oder wenigstens der Terminologie nach. Zum Beispiel das angebliche Geisterstädtchen Silverton mit 42 Einwohnern zuzüglich vier Eseln (kein Witz, die gibt es wirklich, also sowohl die Einwohner wie auch die Esel) oder die „Stadt“ Tibooburra mit Tankstelle, einer Autowerkstatt, einer nicht besetzen Polizeistation (ein Schild weißt darauf hin, dass man bei Bedarf bitte in Broken Hill anrufen solle; sind ja nur 330 km). Und sagenhaften zwei Kreuzungen.

Ganz am „Ende der Zivilisation“ gibt es versprenkelt immer wieder sagenhaft schöne, teils winzige Nationalparks, die wir über sandige Pisten oder unter dem Flusslauf säumenden riesigen Eukalyptusbäumen holpernd erkunden.

Ganz besonders beeindruckt hat uns die Strecke von Tibooburra nach Wanaaring. Der Strassenverlauf verliert sich hier im Flimmern der Hitze im Horizont, tagelang kommen uns keine Autos entgegen und hinter uns baut sich eine hunderte Meter lange Staubwolke im endlosen blauen Himmel auf. Für den einen mag es abschreckend klingen, wir können unser Glück ob dieser archaischen Landschaft kaum fassen.

Auch wenn es heute kaum so wirkt, so war dieses trockene, verlassen Fleckchen Erde schon vor Jahrtausenden besiedelt. Mit ein bisschen Glück können wir uns einem Ranger anschließen, um herrliche, eindrucksvolle Felsritztereien der Aborigines zu erwandern und zu bewundern.

Die staubigen Pisten entlang des meist ausgetrockneten Flussbettes des Darling Rivers führen uns schließlich nach Bourke, dem „Getaway to the real outback“. Die kleine, lebhafte Gemeinde hat über die Ostertage viel zu bieten. So schippern wir mit einem alten Schaufelraddampfer den Darling River auf und ab (hier führt er noch Wasser), beobachten die Jugend, die sich die Zeit mit Wasserski- und Speedbootfahren vertreibt und wohnen der österlichen Parade durch die Hauptstrasse bei, an der alles teilnimmt, was „Rang und Namen“ hat. Beim anschließenden Wettbewerb, der inoffiziellen Weltmeisterschaft im „Wool ball rolling“ zeigen Männer wie Frauen Kraft, Ausdauer und viel Sinn für Humor. Und davon scheinen hier alle mehr als ausreichend zu haben. Einen 200 Kilogramm schweren Ballen Wolle 50 Meter bei 35°C im Schatten die Hauptstrasse runterzurollen fordert ganze Männer und Frauen!

Doch diese Landschaften, diese Einsamkeiten, diese Weite, diese einzigartige Atmosphäre in Worte zu fassen ist schwer, daher hier ein „kleines Bilderbuch über’s Outback:

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  1. Doris 2 Jahren ago Reply

    Hallo Tina und Jakob,
    dieses traumhaft schöne Bilderbuch habe ich schon öfter angeguckt, aber erst heute die Feedback Möglichkeit auf Eurer Homepage entdeckt. Die Wolkenformationen und Lichtstimmungen über der roten Erde sind wunderbar!

  2. Karl & Alexa 3 Jahren ago Reply

    Wollballenrollen ist ja eigentlich eine klassische Frauensportart. Schön, dass die Kerle in Australien so emanzipiert sind! Wir rollen mit den Augen und genießen den strömenden Regen in München.

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