Reisetipps Neuseeland

Reisetipps Neuseeland

Allgemein

Alle Informationen sind, falls nicht anders angegeben, per Stand 02/2017. 

Wer unsere Berichte aus Neuseeland gelesen hat, wird wissen, dass der “temporäre Import” des eigenen Fahrzeugs nach Neuseeland viel Papierkram und ein saubereres als sauberes Fahrzeug erfordert. Neuseeland ist nicht wirklich groß und man sollte sich ernsthaft die Frage stellen, ob es den Aufwand und die Kosten wert sind, das eigene Fahrzeug mit einem Carnet de Passages nach Neuseeland zu bringen oder ob es nicht sinnvoller ist, sich vor Ort einen geeigneten fahrbaren Untersatz zu mieten.

Fazit

Wir haben sowohl bei der Einfuhr als auch – und das ganz besonders – bei den zusätzlichen Kontrollen oder Notwendigkeiten (z.B. das Klo-Zertifikat, siehe unten oder dem was-auch-immer-Zertifikat, siehe ebenfalls unten) unheimliche Probleme gehabt. Bei, im Ausland registrierten Fahrzeugen legen die Herrschaften dort einen Kontrollwahn an den Tag, der jeden Rahmen sprengt (und von den Kosten mal ganz abgesehen). Daher unser eindeutiges Fazit: fahrt NICHT mit dem eigenen Fahrzeug nach Neuseeland – ihr werdet es bereuen. Wer es trotzdem wagen will, hier finden sich alle notwendigen Informationen (sozusagen die Anleitung zum Wahnsinn), um euer Fahrzeug in Neuseeland auf die Strasse zu bekommen.


Carnet de Passages: Der Reisepass fürs Fahrzeug 

Will man ein im Heimatland weiterhin zugelassenes Motorfahrzeug in das außer-europäische Ausland mitnehmen (temporär) ist in vielen Ländern für die Einfuhr ein so genanntes Carnet de Passage en Douane (kurz “Carnet”) erforderlich. Mit dem Carnet ist ein “Import” des Fahrzeuges möglich OHNE Einfuhrsteuern zahlen zu müssen, man muss das Fahrzeug im jeweiligen Land nicht zulassen und auch gelten (bis auf wenige Ausnahmen) die Fahrzeugspezifikationen desjenigen Landes, in dem das Fahrzeug zugelassen ist (will z.B. heißen: Zusatzscheinwerfer, die in Deutschland den TÜV haben, in Australien aber nicht zugelassen wären, sind trotzdem erlaubt – naja, mehr oder weniger). Das Carnet soll verhindern, dass Fahrzeuge ohne Gebühren “importiert” werden, später im Land verkauft werden und somit steuerfrei reel importiert wurden. Das Carnet ist somit eine Art Reisepass für das Fahrzeug; bei Einreise wird das Fahrzeug “eingestempelt” und bei Ausreise wieder “ausgestempelt”. Diese Stempel sind extrem wichtig und man sollte immer darauf achten, dass der Zollbeamte richtig stempelt und alle relevanten Felder korrekt ausgefüllt sind.

Das Carnet stellen meißt die im Heimatland ansässigen Automobilclubs (in Deutschland nur der ADAC) aus. Um das Carnet zu erhalten, muss beim Automobilclub eine Kaution in Höhe von (in unserem Fall) 10% des aktuellen Fahrzeugwertes hinterlegt werden (dient als Sicherheit, dass man das Fahrzeug doch nicht “aus Versehen” im fremden Land verkauft). Bisher kennt der ADAC nur eine Staffelung des Wertes bis € 75.000,- (den Wert kann man selber angeben, muss aber vom ADAC als glaubhaft eingestuft werden). Dieser Art der Kautionsfindung ist für moderne Expeditionsmobile nicht gerade realistisch; in unserem Fall haben wir das Gespräch mit dem ADAC gesucht und uns auf einen höheren Wert geeinigt, der für beide Seiten tragbar war.

Das Carnet ist ab Ausstellungsraum immer genau ein Jahr gültig. Ist man länger unterwegs stellt der ADAC auch so genannte Anschluß-Carnets aus; dieses kostet dann “nur” noch die Bearbeitungsgebühr zzgl. Versandkosten an den Ort wo man auch gerade immer ist.

Sobald das Fahrzeug dann wieder in Europa ist (Hafen oder Landesgrenze) muss man das Carnet unbedingt beim Zoll abstempeln lassen – dieser Stempel bescheinigt, dass das Fahrzeug wieder “daheim” ist und nach Rücksendung des Carnets an den ADFAC erhält man seine (nicht verzinste) Kaution zurück.

Beantragung Carnet de Passages

Die Beantragung des Carnets ist recht einfach, hilfreiche Informationen hierzu und das Antragsformular finden sich auf der Homepage des ADAC hier oder unter https://www.adac.de/reise_freizeit/ratgeber_reisen/fahrzeug_reisen/carnet_de_passage/


Verschiffung

Wir haben unseren Truck RORO (Roll on, Roll off) von Port Kembla in der Nähe von Wollongong, ca. 90 km südlich von Sydney, Australien (Sydney hat keinen eigenen Hafen, der RORO handelt) nach Auckland in Neuseeland verschifft. RORO ist die einzig mögliche Art, Fahrzeuge, die in keinen Container passen, zu verschiffen.

Von Deutschland nach Australien haben wir mit der Reederei Wallenius Wilhelmsen verschifft, auf dieser kurzen Strecke entscheiden wir uns jetzt aber für die Konkurrenz, Höegh Autoliners (aus Norwegen), da uns deren Zeitplan besser in die Hände spielte. Infos, Routen- und Zeitpläne finden Sie hier oder unter http://www.hoeghautoliners.com.

logoWir gehen diesmal für die Buchung und das bürokratische Handling direkt den Weg über eine Agentur, Seaway Agencies & Logistics (Kontaktdaten finden Sie am Ende des Textes). Mit Hilfe von Seaway haben wir den Laster ja schon über die bürokratischen Hürden in Australien bekommen. Somit kennen wir unseren Ansprechpartner, der uns auch diesmal tatkräftig zur Seite steht. Die Buchung und der Papierkram gehen schnell und unkompliziert. Nachdem diesbezüglich alles in trocknen Tüchern ist, werden wir und unsere Angelegenheit an Derral Hussein “Port operations team member” in Wollongong übergeben (Kontaktdaten siehe unten).

Jetzt bleibt uns nur noch den Laster zu putzen. Nicht putzen im Sinne von sauber, sondern putzen im Sinne von blitzeblank, porentief rein, klinisch rein. Die Quarantäne-Vorschriften in Neuseeland sind extrem streng (schlimmer als in Australien), es darf nicht der kleinste Funzel Dreck am, im oder unter dem Auto zu finden sein. Letztendlich nisten wir uns für sieben Tage auf einem netten Campingplatz ein und putzen wie die Wilden: fünf Tage, jeden Tag ca. 8 Stunden. Wir entdecken Ecken, von deren Existenz wir bisher nichts wussten, schrubben die Achsen, die Auspuffanlage und fast den gesamten Unterboden mit Stahlwolle. Es ist der Wahnsinn, aber am Ende steht der Laster und strahlt mit dieser um die Wette.

Am Tag vor der Abgabe des Lastern im Hafen lassen wir im Büro der Customs Agency in Wollongong (Kontaktdaten siehe unten) das Carnet ausstempeln, packen ein paar Klamotten für’s Hotel zusammen, leeren den Kühlschrank, fahren die komplette Elektrik runter – kurz um, machen den Laster “ready for boarding”. Mit der Hilfe von Darrel (siehe oben und unten) klappt am Hafen alles wie am Schnürchen. Naja, fast. Da Derral den Laster nicht fahren will und ich nur nach einem bestandenen Sicherheitstest das Hafengelände betreten darf, sitzt ich also in einem kleinen Büro und mache (ähnlich wie beim Führerschein) einen ewig langen Multiple Choice Test, bestehe diesen und bekomme die ersehnte Erlaubnis/Freigabe, das Hafengeladen betreten zu dürfen (jetzt kenne ich mich wirklich aus mit dem Katastrophenprozedere hier vor Ort).

Seaway hat auch in Neuseeland ein Büro (inzwischen sogar vier) und wir avisieren unser Cargo dort. Unser Ansprechpartner dort ist Paryank Dave. Die reine Verschiffung dauert lediglich 3- 5 Tage, ein Katzensprung. Paryank ist sehr freundlich, extrem hilfsbereit und hilfreich. Er organisiert das Stempeln der Carnets, rennt von Pontius zu Pilatus und organisiert das gesamt Handling im Hafen.

Wir sind ein paar Tage vor dem Laster schon in Auckland und kümmern uns um die Formalitäten. Eigentlich ist es ähnlich wie in Australien: der Zoll gibt das Auto frei, Quarantäne (in Neuseeland heißt das Biosecurity) untersucht den Laster auf eventuelle biologisch gefährlich Kontamination (d.h. Erdklumpen, Samen, Hölzer, tote Fliegen – halt alles, womit Ungeziefer oder Seuchen eingeschleppt werden können) und zu guter Letzte werden die Carnets gestempelt. Nach der Putz-Orgie findet Biosecurity keinerlei Grund zur Beanstandung und schon am zweiten Tage nach der Ankunft des Schiffes bekommen wir die Freigabe und dürfen unseren Aloisius abholen.

Zoll (Customs) Nähe Port Kembla

Port Kembla ACS Customs.
Wollongong District Offices
23 Ellen Street
Wollongong NSW 2500
E-mail Address portkembla@border.gov.au
Web: www.border.gov.au
Ph No: +61 (0)2 4222 3900

Seaway Australia Booking and handling

Tony Tai
Sales Manager – WA
Seaway Logistics Pty Ltd
www.seaway.com.au
tony.tai@seaway.com.au
Ph No: +61 (0)8 9335 8449
Mobile: +61 (0)4 3732 0068

Seaway Sydney und Port Operations

Derral Hussein
Port operations team member
Mobile: +61 (0) 431314545
Derral.Hussein@seaway.com.au
Physical address Sydney office
Level 5, Elizabeth Street
Sydney
Ph No: +61 (0)2 92394300

Seaway Neuseeland

Paryank Dave
Level 11, 2 Commerce Street, Auckland, New Zealand
Direct: +64 9 373 9800
Fax: +64 9 373 9830
Email: paryank.dave@seaway.co.nz
Website: www.seaway.com.au

Leitfaden der New Zealand Transport Agency (pdf.)

Ganz prinzipiell haben wir uns ganz gut mit Hilfe des beigefügten Leitfadens durchgeschlagen:

Importing a vehicle temporarily | NZ Transport Agency

Zoll und Biosecurity in Auckland, NZ

Ein bisschen haben wir ja schon oben im Teil “Verschiffung” über das Thema geschrieben. Der Zoll ist an und für sich kein großes Thema, wir haben die Formalitäten allesamt durch eine Agentur erledigen lassen – die kennen die richtigen Ansprechpartner, wissen für was man wohin gehen muss und wie “der Hase läuft”. Im Grunde muss der Zoll das Fahrzeug freigeben, sollte kein Thema sein (da sich ja keinerlei illegale Substanzen darin befinden) und zur Krönung wird das Carnet de Passages abgestempelt.


Informationen über die Neuseeländischen Zollbehörden und eventuelle Ansprechpartner finden sich hier oder unter http://www.customs.govt.nz/Pages/default.aspx.

biosecurityBiosecurity oder auch besser bekannt als Quarantäne stellte uns schon vor größere Herausforderungen. Die Anforderungen an ein, wenn auch nur temporär unter dem Schutz eines Carnet de Passages, nach Neuseeland verbrachtes Fahrzeug sind enorm. Wir haben viele Schauergeschichten gehört und sind vorgewarnt: auch nur der winzigste Funzel Erde, trocknes Gras oder alles, was unliebsame Samen oder Tiere nach Neuseeland bringen könnte, ist für Biosecurity ein gravierender Grund, das Fahrzeug nicht freizugeben. Es müsste dann von offizieller Seite (zu einem sicherlich horrenden Preis) nachgereinigt werden oder schlimmer noch: es wmüsste, ähnlich wie lebende Tiere, auf eine Art “Quarantänestation”.

Wie schon vorab erwähnt, haben wir alles daran gesetzt, dies zu vermeiden und unter der brütenden Sonne Australiens den gesamten Laster innen und außen derart geputzt, dass uns die Australier schon für bekloppt gehalten haben. Ganze fünf Tage waren wir nur mit Putzen und Saubermachen beschäftigt. Jeden Winkel, kede Ecke haben wir fast klinisch rein geschrubbt, den gesamten Unterboden des Fahrzeuges alleine haben wir fast zehn Stunden geputzt.

Man kann über einen solchen Aufwand schmunzeln, aber wenn man bedenkt, dass sogar fabrikneue Fahrzeuge nach Ankunft in Neuseeland ausnahmslos nachgereinigt werden müssen, ist es vielleicht nachvollziehbar, warum wir einen solchen Aufwand betreiben haben, um nach über 50.000 Kilometern staubiger Pisten in Australien den Dreck auch wirklich aus den letzten Ecken und Ritzen zu bekommen.

Für Informationen des zuständigen Ministeriums in Neuseeland empfiehlt sich eine Besuch deren Hommage: hier oder unter https://www.mpi.govt.nz.


NZMCA

Um überhaupt irgendetwas in Neuseeland in Erfahrung zu bringen was nur im Geringsten mit Camping zu tun hat, führ kein Weg am NZMCA (The New Zealand Motorhome Caravan Association) vorbei. Auch bekommt man nur über den NZMCA Versicherungsschutz für’s Fahrzeug – mehr dazu später. Eine Mitgliedschaft ist eigentlich unumgänglich, ja eigentlich “Pflicht”. Ohne NZMCA-Mitgliedschaft bekommt man keine Jahreskarte für die Nationalparks, kein Self Containment Certificate und was weiß der Teufel noch alles (Kontaktdaten siehe unten). Zur Website geht es hier oder über https://www.nzmca.org.nz.

Es ist im Endeffekt wirklich so, dass (außer für Reisende mit einem Mietcamper) die Mitgliedschaft “Pflicht” ist. Der NZMCA ist – diplomatisch gesagt – das “non-governmental ministry of camping and recreation” in Neuseeland. Der Verein hat einen unglaublichen Einfluss, von seiner “Macht” ganz zu schweigen. Was der NZMCA sagt, ist Gesetz für Camper. Etwas bizarr in unseren Augen wirken die recht großen Aufkleber auf jedem privaten Camper in Neuseeland in der Form eines Adlers mit eingedruckter persönlicher Mitgliedsnummer… Ok, aber nun zu den Fakten:

Kosten Mitgliedschaft

Die Jahresmitgliedschaft des NZMCA kann auch schon von zu Hause aus online beantragt werden (NZD Kostenpunkt 220,-) und ist für Reisende mit dem eigene Fahrzeug wirklich unabdingbar. Mit der Mitgliedskarte erhält man auch ein recht nützliches und dickes Buch mit fast allen Campingplätzen in Neuseeland, ein paar informative Blättchen und Karten. Man muss aber auch sagen, dass man als Mitglied landesweit viele Discounts bekommt, so gibt es z.B. einen satten Rabatt von 30% (und das waren bei uns knapp NZD 150,-) für die einfache Fahrt mit der Fähre von der Nord- auf die Südinsel. So hat man die Kosten für Mitgliedschaft bald wieder “rein-gespart”.


Versicherung für’s Fahrzeug

Die Suche nach einer geeigneten oder wenigstens mehr oder weniger passenden Versicherung für das Fahrzeug (Haftpflicht und Kasko) stellt immer wieder eine gewisse Herausforderung dar. Und wie schon im Thema “NZMCA” erwähnt, geht wieder mal nichts ohne diesen Verein. Der NZMCA bietet unter dem Name “Covi – NZMCA Insurance” Haftpflicht und Kasko Versicherungen an und zwar eben auch – ganz wichtig – für Fahrzeuge, die NICHT in Neuseeland angemeldet sind.

Entweder hier oder über https://www.covi.co.nz finden sich alle relevanten Informationen zur Versicherung. Versicherungsschutz zu bekommen, ist eigentlich recht einfach. Über den roten Button “get a quote” kann man seine persönlichen Daten, Fahrzeugdaten und viele weitere Informationen eingeben. Am Ende des Prozesses hat das System den jährlichen Beitrag errechnet. Wichtig hierbei: der komplette Jahresbetrag wird bei kürzerer Versicherungsdauer NICHT anteilig zurück erstattet; will heißen: auch für nur ein paar Monate ist der volle Jahresbeitrag fällig.

Beitragsrechner

getquoteAbschließend ist noch wichtig zu wissen, dass die Selbstbeteiligung (im Schadensfall) für Ausländer von NZD 300,- auf NZD 1.000,- erhöht wird. Als Begründung wird einem mitgeteilt, dass “however if you are an overseas tourist (any non- NZ Resident) your excess under this policy is $1,000, if the country you normally reside in requires you to drive on the right hand side of the road”.


Warrant of Fitness (WoF)

Aber jetzt kommt der stressige Teil: ähnlich wie in Australien müssen wir auch hier zum TÜV. Was bei uns die DEKRA ist in Neuseeland die VTNZ (Kontaktdaten siehe unten – wir haben diese Filiale gewählt, weil die auch LKWs begutachten). Um nun endlich auf Neuseeländischen Straßen unterwegs sein zu dürfen, müssen wir unseren Laster a.) registrieren lassen und b.) den hiesigen TÜV, die Vehicle Inspection bestehen.

Bei der telefonischen Terminvereinbarung sagt man uns, dass, je früher wir kommen, desto weniger sei los. Klingt gut, aber das sagen die wirklich JEDEM und so ist an der Prüfstelle morgen um 7:30 Uhr der Bär los. Als Tipp: so gegen 11:00 Uhr ist nichts mehr los.

 

 

Registrierung

Vor der Inspektion muss das Fahrzeug “registriert” werden, das heißt Fahrzeugdaten wie Fahrgestellnummer und Kennzeichen werden samt Halteangaben ins System eingegeben. Dies dient dazu, trotz ausländischem Kennzeichen im Falle eines Vergehens (Blitzer oder Ähnlichem) identifiziert werden zu können. Leuchtet ein. Nur taucht jetzt ein großes Problem auf: das neuseeländische System von Nummernschildern besteht aus lediglich SECHS Stellen – unser Kennzeichen hat jedoch sieben. Kurz schaut es so aus, als ob schon nach drei Tagen und ca. 21 km auf der Strasse die Reise hier wieder endet. Mit ein bisschen gutem Zureden und charmanten Lächeln überzeugen wir die Dame, dass die siebte Stelle ja eigentlich gar nicht wichtig sei und so werden wir um eine Stelle des Kennzeichens beraubt und sind registriert.

The inspection

Mit der Registrierung in der Hand geht es nun an die Vehicle Inspection. Im Vergleich zum TÜV ist es ein Kinderspiel, die Scheinwerfer müssen für Linksverkehr angeklebt sein und die Räder dürfen nicht wackeln (wird mit einem beherbergt Schlag mit dem Vorschlaghammer auf die Felge geprüft). Ansonsten krabbeln die Prüfer unter dem Laster rum und schlagen überall mit einem Hammer dagegen, prüfen den Blinker und die Hupe, auch das Abblendlicht muss leuchten und schon ist der Test bestanden. Kostenpunkt für Registrierung und Vehicle Inspection belaufen sich (per Dezember 2016) auf insgesamt NZD 177,61. Nach der bestandenen Vehicle Examination bekommen wir den Warrant of Fitness (WOF), ein kleiner Kleber den wir zusammen mit der Registrierung vorne in die Windschutzscheibe kleben müssen, so dass jedermann sehen kann, dass unser Fahrzeug sicher ist. Hurra, erste Hürde genommen!

Musterkleber Warrant of Fitness:

vtnz_wof

Musterkleber Vehicle Registration:

Und so schaut ein Prüfbericht aus:

Adresse VTNZ Auckland

VTNZ Niederlassung Sylvia Park
5 Sylvia Park Road
Mt Wellington
Auckland 1060
Phone: 09 573 1115
Web: https://vtnz.co.nz/branches/sylvia-park/


Certified Self Containment – das Klo-Zertifikat

Die Neuseeländer lieben ihr Land, ihre Natur und versuchen mit allen Mitteln, diese sauber zu halten (mal abgesehen vom vielen Müll, der neben den Strassen, in Gärten, in Wäldern oder sonst wo liegt). Und somit braucht JEDES Wohnmobil, JEDER Camper oder was auch immer für ein Fahrzeug in dem man schlafen kann, ein so genanntes “Self Containmet Certificate”.

Was ist das CSC?

Das “Self Containmet Certificate” bescheinigt, dass sowohl Grauwasser als auch Schwarzwasser in fachgerechten Behältern im Fahrzeug gesammelt und bei Bedarf ebenso fachgerecht entleert werden können. Leider brauchen das auch Fahrzeuge, die nur temporär in Neuseeland unterwegs sind, womit auch uns diese Prüfung nicht erspart bleibt. Da unser Fahrzeug ja noch nie in Neuseeland war, muss es “erstabgenommen” werden. Dies bedeutet, dass es nicht nur von einem Inspekteur, sondern gleich zweien inspiziert und zertifiziert werden muss. Und auch hier sind wir wieder mal beim NZMCA. Es gibt in Neuseeland keine Inspekteure, die nicht vom NZMCA kommen. Meist sind dies ältere, bis sehr alte Herren, die eine gewisse bis sehr ausgeprägte Neigung zum Kontrollieren, Nachmessen und Besserwissen haben. Da steht uns ja was bevor…

Sämtliche Informationen und Adressen finden sich hier oder unter https://www.nzmca.org.nz/self-containment/

Durch etwas Glück erreichen wir einen Kontrolleur, dessen bester Freund wiederum ein Kontrolleur ist, womit wir beide Inspektionen am selben Ort (sämtliche Infos zu Kontrolleuren und deren Telefonnummern bekommt man natürlich ausschließlich von NZMCA und das auch nur als Mitglied) und zur selben Zeit vornehmen lassen können. Wer jetzt denkt, dass dies in einer Werkstatt oder Ähnlichem stattfindet, irrt – wir fahren zu der Privatadresse des Herren in eine chice Vorortsiedlung.

Die beiden Herren waren recht nett, sehr beeindruckt vom Fahrzeug, hatten aber ihre Zweifel, dass unsere Wasserinstallationen neuseeländischen Standards auch nur annähernd entsprechen könnten. Mit Zollstock, Block und etwas grimmigen Blick erkunden die beiden das “sanitäre Innenleben” unseres Lasters, messen Rohrdurchmesser, überprüfen die Durchflussmenge der Toilette, inspizieren den Fäkalabschlasschlauch mit Argusaugen, etc. und sind dann schlussendlich – zufrieden. Wir können es kaum glauben!

Das Zertifikat

Wir bekommen den ersehnten “Responsible Camper Sticker” (sofort vor Ort),

Self-Containment_Blue_Sticker-340x283

das noch viel wichtigere Certificate, bzw. Warrant (wird maschinell in einem NZMCA-Büro erstellt),

self_con_cert

samt Anleitung, wie und wo man das am Fahrzeug hinkleben darf/muss/sollte

CSC_req

und, falls wir den Sticker oder das Certificate mal verlieren sollten, noch ein Papier-Zertifikat (wird ebenfalls vom NZMCA im Büro ausgestellt).

CSC_cert

 


Warrant of Electrical Fitness

Wir haben bisher recht viel über verschiedene Zertifizierungen geschrieben und es ist wirklich so: die Neuseeländer lieben es, alles zu zertifizieren. Manchmal haben wir den Eindruck, dass es eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme und/oder Geldmacherei ist…

Dieses Bild sagt eigentlich schon, was wir als nächstes brauchen:

Das etwas verwirrende and der Sache ist, dass es heißt, es sei “illegal”, was ja impliziert, es gäbe ein staatliches Gesetz, dass dieses Electrical Warrant of Fitness (EWOF) vorschreibt. Es ist aber so, dass dies vom (ja!) NZMCA vorgeschrieben wird – der NZMCA ist aber eine private Organisation, aber man kann daran gut erkennen, welche Macht der NZMCA hat….

Was ist das Electrical Warrant of Fitness (EWOF)

Um nun das EWOF zu bekommen, muss ein entsprechend qualifizierter und vom NZMCA authorisierter Elektriker die gesamte im Wohnmobil verbaute Elektrik durchmessen, kontrollieren und für gut befinden. So weit, so gut. Unser Kontrolleur teilte uns freudig mit, dass er eigentlich hölzerne Strommasten aufstelle und keinerlei Ausbildung oder qualifizierte Ausbildung in diesem Bereich habe, egal, “learning by doing” sei sein Motto.

Nach seinem ersten Blick ins Expeditionsmobil sind wir auch gleich mal voll durchgefallen. So bekämen wir ja NIE ein EWOF. Auf unsere Frage, was er denn meine, moniert er die deutschen Steckdosen im Fahrzeug.

Das ginge ja gar nicht, wir müssten zuerst auf neuseeländische Steckdosen umrüsten.

Uns haut es jetzt die Sicherung raus… Was will der von uns? Er bescheinigt uns in einem immer aggressiver werdenden Ton, dass unser Fahrzeug “illegal” sei, wenn wir weiter meckern, hole er die Polizei und lasse das Fahrzeug stilllegen, was wir uns überhaupt einbilden, wir seine hier Fremde und entweder wir passen uns an oder wir sollen verschwinden.

Nach ein paar Minuten haben wir uns wieder gefangen, lassen die Aggression an uns abprallen und fragen ihn, ob denn jedes Kreuzfahrtschiff, dass in Neuseeland anlege und auch an Landstrom gehängt wird vor dem Anlegen abertausende von Steckdosen umrüsten müsse… Wir können es kaum glauben, aber dieses dämliche Argument zieht und überzeugt ihn, dass es eigentlich auch so gehe. Warum denn nicht gleich so.

Ohne Erdung geht gar nichts

Nun checkt er noch die FI-Schalter und den Sicherungskasten, misst ein paar Steckdosen, die Erdung (muss man haben – ohne gibt’s keine EWOF) und das Ladekabel/Landstromkabel. Dieses müssen wir dann noch ein bisschen modifizieren, denn Steckverbindungen sind nicht erlaubt, auch wenn diese den deutschen Sicherheitsstandard von IP 62 (oder wenigstens IP 44) erfüllen. Egal, das geht schnell – und genau so schnell bauen wir es am nächsten Tag wieder zurück ;-).

Wir bekommen das Zertifikat, drücken NZD 80,- dafür ab und haben wieder einen Sticker mehr, den wir in die Windschutzscheibe kleben dürfen/müssen.

warrant_of_electrical_fit

Und so schaut das Zertifikat aus

ewof

DOC Campsite Pass

In Neuseeland gibt es viele Nationalparks. Schön. Um auf den Campingplätzen in den Nationalparks übernachten zu dürfen, benötigt man einen DOC (Department of Conservation) Camp Pass – natürlich auch als Sticker für die Windschutzscheibe. Den kann man einfach und bequem als NZMCA-Mitglied hier oder über deren Homepage https://www.nzmca.org.nz/doc-nzmca-scc-pass/ bestellen. Kostenpunkt für fünf Monate: NZD 100,-
campsite_passNützliche Informationen und Karten, wo welche Nationalparks sind und was man dort alles erleben/unternehmen kann, finden sich auf der Homepage des Department of Conservation.
Fazit: wir haben uns den DOC Camp Pass besorgt, um dann festzustellen, dass es in den Nationalparks oft gar keine Campingmöglichkeiten gibt und falls doch, dies oft nur eine Handvoll sind und dann auch noch winzig (für unser Auto). Wir können also sagen, dass sich das für uns nicht rentiert hat.

 


Kartenmaterial

Neuseeland ist ein recht kleines und überschaubares Land, bestehend aus zwei Inseln, die durch eine gute Fährverbindung miteinander verbunden sind. Die Karten aus deutschen Reiseführern sind oft schon ganz ok, will man aber ein wenig abseits der ausgetreten Pfade unterwegs ein, rentiert sich die Anschaffung der beiden Atlanten von KIWI-Maps.

kiwi_maps

Die Atlanten bekommt in Neuseeland in fast jedem Buchladen, oft auch an Tankstellen oder in Kaufhäusern. Mehr Informationen zu den Karten hier oder unter www.kiwimaps.com.


Handy und mobiles Internet

Wir haben uns für die Handys wieder pre-paid Karten besorgt. Der Anbieter mit der besten Netzabdeckung in Neuseeland is Spark.

Es gibt viele verschiedene Tarife, da muss sich jeder das Passende raussuchen – uns ist nur aufgefallen, dass mobiles Internet im Vergleich zu Australien recht teuer ist.

Was allerdings sehr gut ist, dass es in Neuseeland über 1.000 WiFi-Zonen (oder https://www.spark.co.nz/discover/freewifi/) gibt. Bei bestimmten pre-paid Tarifen ist der Passcode dabei und an diesen Wifi-Punkten (meißt speziell gekennzeichnete Telefonzellen) hat man bis zu 1 GB pro Tag zusätzlich und kostenlos.

 

Um auch mit den Laptop online gehen zu können, bietet Spark für NZD 149,- zzgl. Datenvolumen ein mobiles W-Lan-Gerät an. Sehr praktisch, für bis zu 10 Geräte und meistens mit 4G. Top-up über Vouchers oder die Homepage von Spark.


Feedback (erwünscht)

Dinge ändern sich, immer wieder. Wir haben uns viel Mühe gegeben, die oben angeführten Informationen sorgfältig zusammen zu tragen. Dennoch spiegeln diese nur unsere Erfahrungen wieder. Sollte sich irgendetwas geändert haben, neuere/aktuellere Informationen verfügbar sein, so würden wir uns sehr über Post von euch freuen. Je mehr Informationen wir hier sammeln können, desto aktueller, hilfreicher ist es für alle Traveller – schließlich sind gute Informationen schon fast die halbe Miete.

Also, wer Ideen, Erfahrungen und Hinweise zu Korrekturen (mit-)teilen will, hat über das Icon unten die Möglichkeit, uns eine Email zu schicken (zu gewinnen gibt es aber leider Nichts…).

 

… und ab geht die Post. Wir sagen schon mal Danke für euer Feedback, Änderungen und/oder Anregungen!