Iran – kreuz und quer

Seidenstrasse, Teil 6

24.04. – 17.05.2018

Staub hängt in der Luft. Das schwarze Band der Straße verschwindet flimmernd im Horizont, links und rechts Sand und Geröll, soweit das Auge reicht. Durchbrochen wird diese bizarre Szenerie hin und wieder von grünen Pünktchen, winzigen, störrischen Büschen, die es irgendwie schaffen, in dieser lebensfeindlichen Region den Ansatz von möglichem Leben zu versinnbildlichen.

Im Dunst lassen sich weg am Horizont in der Sonne glühende bizarre Felsformationen ausmachen. An wenigen Stellen ziehen sich einem Brautschleier gleich weiße Bänder durch den Staub, trockene, verkrustete Zeugen selten und auch nur tropfenweise fließender Bäche. Über dem Asphalt flimmert die Hitze. Und jetzt ist es hier noch kalt, das Thermometer zeigt gerade mal 37°C. Im Jahr 2017 „entdeckte“ hier eine Expedition den heißesten, jemals auf der Erde gemessenen Ort mit schier unglaublichen 78,2°C. Wir sind in der Wüste Lut. Endlich!

Die Stille und Einsamkeit der Wüste wird nur selten vom hämmernden Brummen uralter Mercedes-Laster unterbrochen. Auch wir sind inzwischen alleine. Von den verschneiten Bergen Kärntens bis nach von Wüsten eingerahmten Shiraz fuhren wir gemeinsam mit Hanne und Christian. Ihr Weg führt nach Norden, der Hauptroute folgend, unserer mehr Zick-Zack durch die Landschaft.

Die Straße, die uns nach Osten, nahe an die Afghanische Grenze führt und die wir später auch wieder zurückfahren werden, ist inzwischen geteert und weitgehend gut, nur selten werden wir von Schlaglöchern aus unserer Begeisterung gerissen. Oft rollen wir an den Strassenrand, steigen aus, genießen die Stille, Abgeschiedenheit und Einzigartigkeit dieser Landschaft.

Gestört wird die Ruhe allein am fast schon obligatorischen Militärkontrollpunkt, gute 100 Kilometer von der Grenze zu Afghanistan entfernt. Das Erstaunen ob zweier ausländischer Reisender in dieser Ecke des Irans ist groß. Pässe werden kontrolliert, Blatt für Blatt. In aller Ruhe. Wo es denn hingehe? Ok, die Frage mag berechtigt sein. „Nach Neybandan, dort wollen wir die Nacht verbringen und morgen wieder zurück nach Kerman fahren“, erklären wir. Ungläubige Blicke. Der mürrische Oberkommandant schickt seinen mit Maschinenpistole bewaffneten Untergebenen los, unsere Pässe müssen kopiert werden. Der Kopierer muss wahrscheinlich erst warmlaufen, denn es dauert ewig, bis die Kopien dem Kommandanten vorgelegt werden können. Noch ein paar kritische Blicke auf uns, unsere Pässe und die Kopien, dann dürfen wir weiter.

Neybandan muss man nicht gesehen haben, wirklich nicht. Dieser Ort am Ende der Strasse ist an Trostlosigkeit kaum zu überbieten. Wir machen kehrt und glauben es kaum: statt einsam in der Wüste zu übernachten, stranden wir an einem Außenposten des „Roten Halbmond“ (bei uns das Rote Kreuz) samt Tankstelle und aufgegebener Hühnerbraterei. Ok, das ist jetzt nicht Wüstenromantik wie aus dem Bilderbuch, aber auch irgendwie exotisch.

Nachdem wir ja nun schon am Vortag viel Zeit mit dem mürrischen Kommandanten, seinem Waffen schleppenden Untergebenen und Warten auf Passkopien verbracht haben, denken wir, dass uns der Kommandant heute einfach durchwinkt. Weit gefehlt. Der Untergebene ist heute ein anderer, der Oberkommandant der gleiche. Mit „Guten Morgen, gut in der Wüste geschlafen?“ werden wir von ihm begrüßt. „Ja, alles gut“, antworten wir und warten auf die winkenden Hand. Doch die Hand will nicht winken. Stattdessen will Herr Kommandant wieder unsere Pässe sehen. Blatt für Blatt. Von vorne nach hinten, von hinten nach vorne. Mit besonderer Vorliebe werden die leeren Seiten studiert.

Irgendwann – und so ein Pass ist schon ein echter Schmöker – wird unser iranisches Visum auf Seite 7 entdeckt. Und jetzt wird es mühselig. Das Visum definiert einen Zeitraum von drei Monaten. In diesen drei Monaten darf man einreisen und bekommt ab Einreise eine 30-tägige Aufenthaltserlaubnis. Jetzt ist natürlich das dreimonatige Zeitfenster für die Einreise schon längst abgelaufen, die Aufenthaltserlaubnis aber noch gültig, es zählt ja der Einreisestempel. Sodala, aber jetzt versucht mal diesen Sachverhalt einem mürrischen Kommandanten zu erklären, der seinerseits nur Farsi und wir anderseits kein Wort Farsi sprechen. Man wächst an der Herausforderung. Wäre dem so, müssten wir jetzt Fenster im zweiten Stock ohne Leiter putzen können… Immer wieder telefoniert der Kommandant wild gestikulierend, blättert zum x-ten Mal die Pässe durch bis wir nach über einer Stunde endlich weiter dürfen.

Wir sind jetzt seit 26 Tagen im Iran, unser Visum ist wie erwähnt 30 Tag gültig. In zahlreichen Foren finden wir Infos über wie und wo man am besten sein Visum verlängert. Es gäbe Städte, da ginge es leicht, in anderen schwer, hier bekäme man 15 Tage, dort 30. Besonders schwer und mühselig sei es in Teheran und Kerman. Herausforderungen sind unser neues Hobby. Also auf zur „Passport & Immigration Police“ in Kerman. Hier brummt der Bär, vor der Türe eine lange, sehr lange Schlange geduldig wartender Afghanen, die im Iran Zuflucht vor dem Schrecken und Graul im eigenen Land suchen. Uns erschreckt die Zweiklassengesellschaft: als westliche Bittsteller dürfen wir einfach vor, an allen vorbei. Klar sind wir froh, aber irgendwie fühlt es sich falsch an. Nach einigem Hin und Her, Stempelchen hier, Quittung dort und dem Zahlen einer Gebühr dürfen wir unsere Visaverlängeung rechtzeitig zum Mittagessen abholen. Und, der neue Stempel ist in vieler Hinsicht super: a.) er ist leserlich b.) er ist in Farsi UND Englisch und c.) er ist groß; das ist gut für mürrische Kommandanten, die Ihre Lesebrille verlegt haben. Das zusammen wird für weitere Kontrollen durchaus hilfreich sein!

Kerman liegt, gelinde gesprochen, etwas abseits der gängigen Touristenpfade. Ein paar verwegene westliche Reisende finden sich hier, aber die gehen unter in der Menge der Einheimischen und im iranischen Trubel. Dieser Tatsache verdanken wir es, hin und wieder wie Popstars behandelt zu werden. Manchmal ist es Tina, die sich kaum retten kann vor weiblichen Fans, die sie einkreisen, Selfie hier, Selfie dort, aufgeregtes Schnattern, manchmal Jakob, der von kreischenden Schulmädchen umringt wird. Wir haben keine Vorstellung, auf wie vielen Smartphones im Iran Bilder von uns sind – es müssen viele sein. Leider sind die Gespräche eher knapp: „Photo, please Photo“, „Ja, klar!“, „You Instagram?“ , „yes“ antworten wir, aber thehaeusgens ist nicht gerade einfach zum vermitteln, „Thank you, bye, bye“ und vorbei ist der Starrummel.

Vom Iran aus soll es ja weiter entlang dem Verlauf der alten Seitenstraße folgend nach Turkmenistan gehen. Seit über drei Wochen machen wir jetzt schon mit den Visa rum. Seinerzeit in Teheran waren wir auf der Botschaft, haben Formulare ausgefüllt, Bewerbungsschreiben (ja, das wollen die wirklich) verfasst, Fotos abgegeben und gewartet. Immer mal wieder rufen wir an und fragen den Status der Bearbeitung ab. Tina’s Visum sei fertig, bei Jakob fehle ein Dokument, welches wir aber per Email nachreichen dürfen. Nur, so langsam hätten wir die Visa gerne im Pass – die ständige Unsicherheit, ob wir es bekommen oder nicht zehrt an den Nerven. Wir beschließen kurzer Hand die Visa der Einfachheit halber in Teheran abzuholen. Liegt nicht auf dem Weg, sei aber einfacher, erfahren wir von anderen Reisenden und auf aus zahlreichen Foren.

Auf dem Weg dorthin liegt die alte und ebenso ehrwürdige Wüstenstadt Yazd. Direkt hinter einer Moschee, mitten im Zentrum, finden wir einen super Stellplatz auf einem winzigen Parkplatz und erkunden quasi direkt vor der Tür die verwinkelte Stadt. Einzigartig im Iran ist der  Erhaltungszustand der aus Lehmziegeln erbauten Häuser. Anderorts haben viele derartige Gebäude nicht überlebt, sei es wegen Erdbeben, Bränden oder Eroberung. Yazd ist ein bisschen das Rothenburg ob der Tauber des Iran. Und, immerhin am Rande zweier Wüsten gelegen, eine erstaunlich grüne und sprudelnde Stadt, Brünnchen hier, paradiesische Gärten dort. Gespeist wir all dies über lange, Jahrhunderte alte Quanats (unterirdischen Wasserkanäle), die das Wasser aus den Bergen in die Stadt leiten. Eine wahre Meisterleistung.

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Von dieser traumhaften Oase geht es durch die zweite große Wüste des Iran, der Wüste Dasht-e Kavir nach Teheran. Die Dasht-e Kavir ist bei Weitem nicht so beeindruckend wie die Dasht-e Lut, es ist eher eine große, leere, öde Pfanne ohne Reiz. Die Strasse hindurch ist der mit Teer versiegelte Alptraum: Wellen, Löcher, Kanten, das Vorwärtskommen mühselig, vollkommen spaßfrei und Material mordend. Ein abgerissener Tankgurt, immerhin 3mm dicker Edelstahl, stoppt uns, wir fixieren den Tank mit Spanngurten und weiter geht’s.

Den gerissnen Tankgurt lassen wir in der einzigen MAN-Werkstatt im Iran reparieren. Den alten Embargos wegen und dem Alter des lokalen Fuhrparks ist es geschuldet, dass es diesen nicht als Ersatzteil gibt, aber im Iran können sie wirklich alles reparieren. Ein Mitarbeiter in Sandalen schweißt den Riss, ein anderer macht sich auf, ein passendes Gummiband zum Unterlegen aufzutreiben. Knapp zwei Stunden später ist alles wieder dran und fest. Dass wir in der Wartezeit mit Kuchen, Wassermelone und Pfirsichsaft vom Chef persönlich verpflegt werden, macht uns wieder mal ob der Gastfreundschaft im Iran sprachlos.

Was würden wir geben, ließe sich unser nächstens Problem genauso schnell und einfach lösen. Wir stehen mal wieder vor der turkmenischen Botschaft. Vor drei Wochen hatten wir hier unsere Transitvisa beantragt. Damals sagte man uns, in 10 Tagen seien die Visa fertig. Vergangen sind über 21 Tage. „Visa not ready“, hören wir. Das Visum von „Mr. Jakob“ sei noch in Bearbeitung, Visum von „Mrs Tina“ nicht fertig. Nicht fertig? Hieße es nicht neulich am Telefon, es sei fertig? Wir fragen höflich nach. „You still have enough time, go to Mashad, pick up in Mashad!“ sagt man uns in einem unfreundlichen Ton. „But…“  – wir wollen hartnäckig bleiben. „You can also go Afghanistan and not Turkmenistan“ ist die klare und deutliche Antwort. Danach wird uns die Tür vor der Nase zugeschlagen. Ziemlich verdutzt stehen wir da.

Da wir eh in Richtung Mashhad müssen (die Grenze nach Tukmenistan liegt rund 300 Kilometer nördlich davon), sehen wir das Problem als halb so wild an. Wir haben genügend Zeit, erkunden noch einmal die smog-geschwängerte Innenstadt Teherans und beschließen einen Abstecher ans Kaspische Meer unternehmen.

Um es kurz zu machen: der Abstecher an Kaspische Meer wird eine gute Lektion in Frustrationsmanagement. Zuerst einmal platzt ein Kühlwasserschlauch, was uns abermals in die MAN-Werkstatt zwingt (seitdem fahren wir mit einem Gartenschlauch als Ersatz spazieren – iranische Improvisationskunst). Und wenn man sich das Kaspische Meer vorstellt, poppen im Kopf Bilder von Sand, Strand und Palmen auf. Die Realität ist um ein vielfaches trister: Überall Bauruinen, halbfertige Hochhausgerippe, Müll, Dreck, Abgase. Die Küstenstraße ist stark befahren, eine marode Autowerkstatt reiht sich an die andere, dazwischen riesige, halb leere Möbelgeschäfte, abgewrackte Klamottenläden, verwahrloste Kioske. Ein Ort reiht sich an den anderen, gefühlt fahren wir Hunderte von Kilometern durch ein verwahrlostes Industriegebiet. Ein Blick, gar ein Gang ans Wasser, ist so gut wie nicht möglich.

Hier einen Stellplatz zu finden, wird eine – ja, genau – Herausforderung: Über viele Ecken haben wir einen Tipp für einen Stellplatz im Hinterland an einem Stausee bekommen. Klingt verlockend: See, Berge, satt grüne Bäume. In einer winzigen Ortschaft kurz vorm Ziel an einem riesigen Kreisverkehr werden wir mal wieder von der Polizei gestoppt. Zu den bekannten Fragen ob des Wohin, Woher und Warum wollen die Herrschaften diesmal auch die Fahrzeugpapiere sehen. Nun ist es so, dass der kleine deutsche Fahrzeugschein schon manchen Polizisten in Europa vor Herausforderungen stellt, den iranischen Beamten ist er ein Buch mit sieben Siegeln. Mangels Verständnis widmen sich die Herren lieber unseren Visa. Zum Glück – so glauben wir erst – haben wir ja den tollen neuen Stempel. Dass jetzt aber die Ordnungswächter die Echtheit der Visa anzweifeln, stellt uns vor wirkliche Herausforderungen. Es wird wieder einmal viel telefoniert, irgendwann das Handy an Jakob weitergereicht. Am anderen Ende stellt sich ein Herr vom „Foreign Office“ vor. Nach einem langen Plausch ob der Schönheit des Irans und der Freundlichkeit seiner Bewohner ist das Gespräch beendet. Wir dürfen weiter. Hurra. Noch 10 Kilometer und wir erreichen den Stellplatz. Dieser Platz ist wirklich schlecht, eingezäunt, am (offenen) Tor hängt ein riesiges Schloss. Hier wollen wir nicht bleiben, zu unsicher erscheint uns dieser Platz. Dass inzwischen schon wieder die Polizei hinter uns steht, können wir kaum glauben – ist doch einer dabei, den wir schon vom Kreisverkehr kennen. Nein, hier dürften wir nicht bleiben – „Danger“  sagt man uns. Abermals werden die Pässe kontrolliert, telefoniert, diskutiert und wir der Gemeinde verwiesen.

Es bleibt uns nichts anderes übrig als über einen Pass, enge Strassen und durch die Dunkelheit zu fahren. Kein Spaß bei schlechten Strassen, Frust im Gemüt und Müdigkeit in den Augen. Kurz vor Mitternacht finden wir an einer Autobahn einen Rastplatz, parken zwischen röhrenden Lastwagen, gönnen uns ein 0,0%-Bierchen und fallen todmüde und fertig um und ins Bett.

Fazit: ein Abstecher ans Kaspische Meer sollte man nur tun, wenn man unbedingt muss. Weder ist es schön noch die Reise wert!

Mit neuer Kraft stellen wir uns neuen Aufgaben. Wir sind in Mashad und machen uns zeitig auf zum turkmenischen Konsulat. In wenigen Tagen wollen wir die turkmenische Grenze überqueren, jetzt sollten unsere Visa fertig sein. Wir fragen freundlich durch den winzigen Schlitz, ähnlich einer mittelalterlichen Schießscharte in der Wand nach. „No problem“ hören wir mal wieder. Man händigt uns ein Formular aus, das wir ausgefüllt, mit Passfoto daran getackert und mit Pass- und Usbekistanvisa-Kopien zurück durch den Schlitz reichen. Jetzt haben wir es gleich geschafft und die Anspannung der letzten Tage wird ein klitzeklein bisschen weniger. Wir warten. Schließlich werden wir gerufen, in freudiger Erwartung gehen wir zur „Schießscharte“. Man reicht uns die Pässe durch den Schlitz.

„No visa“.

„Sorry?“ Durch den Schlitz hört man kaum was.

„NO VISA“. Diesmal ist der Ton schon harscher. „No visa. You can fly“.

„Sorry, why no visa?“ fragen wir mit zitternder Stimme nach.

„You ok, you not.“ und deutet mit dem ersten YOU auf Jakob, mit dem zweiten YOU auf Tina.

„But Tina Visa ok, already 10 days ago, they told us on the phone in Teheran“. Wir wollen nicht glauben, was wir gehört haben.

„Now visa denied. You can fly“.

Die Dame pfeffert die Klappe der „Schießscharte“ mit einem lauten Knall zu.

Uns bleibt die Sprache weg. Haben wir das jetzt gerade richtig verstanden: keine Turkmenistan Visa? Und jetzt? Wir wissen nicht, ob wir fluchen, schreien, weinen oder lachen sollen. Stattdessen laufen wir planlos durch die Straßen. Ist das wahr? Ist das wirklich wahr?

Was das bedeutet ist uns schnell bewusst, haben das Szenario ja schon seit Tagen im Kopf abgespielt, haben Alternativen angedacht – aber irgendwie hatten wir immer gehofft: das wird schon klappen!

Wir nutzen das recht schlechte Internet, das wir zur Verfügung haben und schmieden Plan B: Die einzige Möglichkeit, unser eigentliche Route fortzusetzen, ist, quer gen Westen durch den Iran nach Azerbaijan zu fahren und von Baku die Fähre nach Aqtau in Kasachstan zu nehmen, von dort durch die Steppe nach Usbekistan und knapp 4.000 Kilometer später bei Nukus wieder auf unsere eigentliche Route zu treffen. Klingt nicht verlockend, ist nicht verlockend, aber die einzige Möglichkeit, die wir haben.

Die anderen Alternativen fallen ja irgendwie weg: möglich wäre auch, vom Iran über Afghanistan und weiter nach Usbekistan (wollen wir nicht, zu unsicher). Oder durch Azerbaijan über den Nordkaukasus, Russland und Kasachstan nach Usbekistan reisen. Zu lang, zu unsicher (das Auswärtige Amt rät dringend von Reisen in und durch Tschetschenien, Dagestan, Inguschetien, Nordosetien oder Kabardino-Balkarien ab). Bleibt nur Plan B.

Plan B hat jedoch zwei Hürden: erstens brauchen wir für Azerbaijan ein Visum und die Fährverbindung von Azerbaijan nach Kasachstan gilt als äußerst mühselig, da es weder einen Fahrplan noch zuverlässigen Aussagen über anstehende Verbindungen gibt. Es wird uns wenig anderes übrig bleiben, als unser Camp im Hafen aufzuschlagen, jeden Tag zum Hafenmeister zu marschieren und zu fragen, wann dann ein Schiff geht. Wir haben von Leuten gehört, die haben das eine Woche lang gemacht, bis sie endlich auf ein Schiff kamen. Doch es hilft nichts, wollen wir weiterkommen, bleibt nur der Weg über Baku und weiter mit der Fähre. Das Visum für Azerbaijan können wir online beantragen und haben es auch schon zwei Tage später in der Inbox.

Nach 6 1/2 Wochen im Iran stehen wir an der Grenze zu Azerbaijan. Hinter uns liegt ein Land, das uns verzaubert hat; es waren spannende, intensive, erfahrungsreiche und tolle Wochen im Iran. Eins ist klar: wir werden wiederkommen!

Ein bisschen traurig sind wir, aber die Tatsache, dass es jetzt weitergeht, – wenn auch anders als geplant – überwiegt. Also auf ins nächste Abenteuer! Auf nach Baku!

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  1. kade hoffmann 2 Monaten ago Reply

    hallo – wir haben uns vor einem hotel in schiraz unterhalten und nach meiner heimkehr eure reise verfolgt. ich hatte gefragt , ob ihr mich mit zurücknehmt – so wir uns weihnachten in der mongelei treffen sollten. war natürlich spass…
    bei unseren reiseberichten hier stellen wir immer euch und eure unternehmung vor.
    weiterhin eine gute reise – keine pannen und wenig holprige straßen…
    liebe grüße kade

    • thehaeusgens 2 Monaten ago Reply

      Liebe Kade, ja, das war nett dass wir uns getroffen haben. Ihr seid hoffentlich gut heim gekommen und bis irgendwann und irgendwo auf der Welt….

  2. Mama 5 Monaten ago Reply

    Sooooooooo schön!
    Mir sind beinah die Tränen gekommen… Aber kommt auch wieder mal heim…

    • thehaeusgens 5 Monaten ago Reply

      Hallo, tja, wir haben uns Mühe gegeben einen schönen Bericht zu schreiben – freut uns wenn’s geklappt hat 😉 Viele Grüße aus inzwischen Usbekistan.

  3. team birdfarm 6 Monaten ago Reply

    Hallo ihr beiden, Mitleid darf man ja mit euch ja nicht haben, aber tauschen möchten wir mit euch auch nicht.

    Gruss aus Canada Team birdfarm

    hier gehts ein bisschen gesitteter zu -:)

    • thehaeusgens 6 Monaten ago Reply

      Wieso darf man mit uns keim Mitleid haben? Wir erwarten es in kleinen Dosen und liebevoll dargereicht ;-)) Guten Flug zurück zu den Vögeln! Liebe Grüße, Team Haeusgen

  4. Doris Hillbrand 6 Monaten ago Reply

    Ihr habt die vielen Herausforderungen trotz einigen frustrierenden Erlebnissen bisher toll gemeistert. Es ist halt doch ein großer Unterschied, in diesen Ländern unterwegs zu sein als z.B. in Australien. Dort hat auch kaum jemand ein Selfie mit Euch gemacht!

    • thehaeusgens 6 Monaten ago Reply

      Liebe Doris, ja, die Reise scheint uns zu testen ;-)) Gerade hocken wir in der Kasachischen Steppe im Sandsturm fest. Naja, das ist wirkliches Reisen. Sei lieb gegrüßt von uns beiden.