Iran – Allah’s Tränen

Seidenstrasse, Teil 4

14.-23.04.2018

„Europäer, die dieses Land lediglich aus der Perspektive der politischen Berichterstattung kennen, sehen nur Bruchstücke – die Einseitigkeit und Lückenhaftigkeit lässt ihnen das Fremde bedrohlich, bestenfalls erstaunlich erscheinen.“ schrieb Mahmoud Rashad in einem Essay über den Iran. Wie wahr!

Wir sind im Zentraliran. Kernland einer über 2.500 Jahre alten Kultur, an der Kreuzung der geografischen Achsen Kaspisches Meer, Persischer Golf, Afghanistan und Irak. Die Millionenstadt Teheran im Norden, im Westen das karge Zagrosgebirge, im Osten die trockene Wüsten, im Süden der Persische Golf, Saudi-Arabien ist nicht weit weg. Und mittendrin die zivilisatorischen, kulturellen Perlen des Irans, die sich wie an einer Kette aneinanderreihen.

Südlich von Teheran, an den östlichen Ausläufern der Wüste Dasht-e Kavir, an den Ufern des zäh und ehr als Rinnsal fließenden Flusses Qomrud liegt Qom. Der Ort ist seit dem Jahre 816 Grablage der heiligen Fatemeh Masumeh, Tochter eines Imams und Schwester eines anderen. Fatemeh wird in Qom, nein, im ganzen Iran wie eine Heilige verehrt und vergöttert. Ihr Schrein, unter einer gigantischen goldnen Kuppel gelegen, ist ein wichtiges Wallfahrtsziel der Schiiten. Ob wie als Nichtmuslime das Heiligtum betreten dürfen?

Durch nach Geschlechtern getrennte Sicherheitsschleusen betreten wir den Innenhof. Die Damen eingewickelt in einen bettlaken-großen Tschador, die Männer ohne Tamtam. Als „Ungläubige“ dürfen wir nur mit Führer rein. Ali, 31 Jahre, weißer Turban, zweifacher Vater und Theologiestudent an der angeschlossenen Islamischen Hochschule nimmt uns in Empfang. Er ist nett, spricht exzellent Englisch. Bei all seinen Erklärungen schwingt immer ein bisschen der Tenor einer Missionierung mit.

Das Inneren des „Heilgen Schreins“ ist prachtvoll, umwerfend. Und naß. Es schüttet wie aus Kübeln. Wir klagen Ali unser Leid, er schaut uns verdutzt an und erklärt, dass Regen, die Tränen Allahs die zur Erde fallen, ein Segen sei. Erst jetzt fallen uns fromme Frauen auf, die wie in Trance im Regen stehen, die Tropfen mit den Händen fangen, sich das Gesicht damit reiben und die „Tränen Allahs“ trinken. Regne es, dürfe man sich etwas wünschen, sagt Ali. Was sich die frommen Damen wohl wünschen? Wir jedenfalls wünschen uns erstmal ganz banal Sonnenschein. Schiene die Sonne auf die riesige goldene Kuppel und die herrlich blauen Fliesen, es wäre wie aus dem Wunderland.

Nicht jeden Perle glänzt. Manche sind trüb, unscheinbar. Kashan ist eine solche. Vor den Toren der Stadt liegen vertrocknete Salzseen, von der Wüste weht ein heißer Wind durch die Gassen. Eigentlich müssten wir alle Kashan kennen, denn mmer an Weihnachten unter dem geschmückten Baum besingen und bedenken wir diese Stadt. Wieso? Der Legende nach sollen die Heiligen Drei Könige von eben hier aus nach Bethlehem aufgebrochen sein.

Außerdem ist die Stadt in ganz Iran bekannt für seine Rosen. Iranis lieben Rosen, Rosenblüten, Rosenwasser. Auf viele Kekse werden rosa Rosenblüten gestreut, auf den Bazaren werden getrocknete Rosenblätter säckeweise verkauft, Seifen, Cremes, Duftbäumchen und noch x andere Sachen riechen im Iran nach Rosenwasser. Soll es feierlich sein, werden gigantische Bouquets aus Rosen aufgefahren. In der Umgebung von Kashan gibt es Rosenfelder, soweit das Auge reicht, im April sollen die blühen, ein betörender Duft soll über der Landschaft liegen. Nicht dieses Jahr. Der Winter war hart und lang. Die Rosenblüte wird jetzt für Mai erwartet. Schade!

Rosen, Textilien und Fliesen haben Kashan schon seit Jahrhunderten Reichtum und Wohlstand gebracht. Stumme Zeugen dieser Epoche sind herrschaftliche Wohnpaläste in traditioneller Lehmziegelarchitektur. Von Außen wirken die Paläste unscheinbar, schüchtern, eher abweisend. Durch kleine Türen und schmale, verwinkelte Gänge betritt man die Häuser und somit eine komplett andere Welt. In den Innenhöfen sprudeln Brunnen, Wasser plätschert überall, Rosen, Granatapfel- und Orangenbäume säumen die verspielten Wege, schattige Säulenarkaden führen in prachtvolle, opulent ausgestattete Räume. Es ist unglaublich: diese Pracht inmitten einer staubigen Stadt am Rande der Wüste.

In den Häusern ist es angenehm kühl, fast frisch. Der Trick sind bizarr anmutenden Turmgebilde auf den Dächern der Häuser, die so genannten Windtürme. Ihr Prinzip der Windzirkulation ist Jahrtausende alt, so simpel wie genial. Und es funktioniert. Reisende vergangener Jahrhunderte beschreiben die Pracht als einzigartig. Schwitzten bei uns zu Zeiten Marco Polos die Venezianer noch am Canale Grande, saßen die Herrschaften hier unter ihren Windtürmen bei einer lauen Brise und naschten Datteln.

So schön Kashan auch ist, so werden wir es immer mit geteilten Erinnerungen verbinden. In einem netten Park am Stadtrand finden wir einen schönen Stellplatz im Schatten. Eigentlich perfekt. Ok, ein paar zwielichtige Gestalten hängen da rum, aber die verzeihen sich sicher bald, denken wir. Doch kaum liegen wir im Bett, geht es los. Sie „beschreien“ Aloisius, „Mister, Mister, are you here?“. Klopfen ans Auto, rütteln an den Sandblechen. Sie nerven. Wir reagieren nicht, warten erst einmal ab. „Mister, Mister“, die Jungs sind zäh. Als sie dann auch noch „Heil Hitler“ grölen und dazu schallend lachen, wird es uns zuviel.

Wir beschließen, die Klügeren zu sein. Rein in die Hosen, Kopftuch drauf und mit aufgeblähter Brust und hochgezogenen Schultern raus. Wir würdigen die Idioten keines Blickes, diese wiederum schauen uns derart überrumpelt an, dass ihnen das letzte „Mister, Mister“ im Hals stecken bleibt. Ätsch. Motor an und weg. Zum Abschluss noch ein „Blendschuss“ mit allen sechs Fernlichtern, ein gehässiges Winken und wir verschwinden im Dunkel der Nacht. Zurück bleiben ein paar Halbstarke, die derart blöd dreinschauen, das wir schon wieder lachen müssen.

Als Kontrastprogramm zur „Ruhe und Abgeschiedenheit“ des Parkes finden wir gegen Mitternacht einen von unendlich vielen bunten, blinkenden Neonreklamen grell beleuchtenden Rastplatz an der Autobahn. LKWs rumpeln laut, uralte Getriebe pfeifen schrill. Egal. Das sonore Brummen des vorbeiziehenden Verkehrs wiegt uns sanft in den Schlaf.

Halbgut augeschalfen reiben wir uns den Schlaf aus den Augen, die Sonne brennt am Rand der Wüste und wir steuern die „Perle aller Perlen“, das „Abbild der Welt“ an, den Meydan-e Naqsh-e Jahan im Herzen Isfahans.

Isfahan, auf knapp 1.600 Metern Höhe gelegen und eingerahmt von den Bakthiari-Bergen am Zayandehrud-Fluss (ok, der hat selten Wasser) gelegen, ist DAS Ziel in Persien, DAS kulturelle Herz Irans. Gärten, blaue Moscheen, ein riesiger, bunter, malerischer Bazar und Paläste fast schon im Überfluss. Isfahan blickt auf eine lange, lange Geschichte, mal ruhmreich, glänzend und herrschaftlich, mal dunkel, trüb und traurig zurück. Den absolut menschlichen und grausamen Tiefpunkt erlebte die Stadt 1387 nach der Einnahme durch den grausamen Krieger Timur, der als Rache für den Widerstand über 70.000 Menschen töten ließ und als „Mahnmal“ eine riesige Pyramide aus deren Schädeln auftürmen ließ.

Heute sind die Invasoren friedlich. Horden von Reisegruppen ziehen durch die Stadt, bewundernde „Ohs“ und „Ahs“ wo man auch hinhört. „Bellisismo“, „awesome“, „oh wie schön“, „fantastique“, „increíbile“ und sicherlich ähnliches auf japanisch, koreanisch und chinesisch raunt es aus den Gruppen heraus. Es ist aber auch sagenhaft!

Das Herz der Stadt ist Meydan-e Naqsh-e Jahan, ein riesiger Platz mit den fast schon unglaublichen Ausmaßen von 510 mal 160 Metern, eingerahmt von Arkaden, Moscheen und märchenhaften Palästen. Angelegt um 1602 als Paradeplatz, Versammlungsort und Spielfeld für Polo-Turniere bezaubert der Platz mit seiner architektonischen Gesamtheit, Schönheit und Vollendung. Unter Bäumen machen es sich Familien gemütlich, picknicken, Kinder tollen herum. Ein paar Pferdekutschen schaukeln Verliebte oder Laufmüde unter lautem Geklapper einmal um den Platz, fliegende Händler bieten ihre Waren feil. Ein buntes Treiben. Das Ensemble ist derart perfekt, wir können uns kaum satt sehen.

Am westlichen Rand der „Perlen aller Perlen“ steht, eingerahmt von Arkaden, die ehemalige safawidische Königsmoschee Masjed-e Lotfullah, ein Prachtbau, zur Gänze mit wunderschönen, blauen Fliesen verziert und in Ihrer Pracht und Schlichtheit einfach bezaubernd. Besonders macht diese Moschee, dass sie ursprünglich nur für einen sehr beschränkten Kreis von Personen (die Königsfamilie) war; daher weist sie, im Gegensatz zum typischen Moscheebau, keine Minarette oder Innenhof auf.

Die Moschee, zwischen 1602 und 1619 gebaut hat – für die damalige Zeit eine rechte Sensation – eine 32 Meter hohe Kuppel. Unsere Nacken werden ganz steif vom vielen Nach-oben-Gucken, so unheimlich schön ist diese Kuppel. Verziert mit tausenden von Fliesen, streng geometrisch, perfekt in ihrer Anmutung. Das Blumenmuster, sowohl in der Kuppel, als auch an den Wänden verzaubern. Verschlungene, filigrane Säulen wirken wir zarte Stützen, kleine Fenster an der Unterseite der Kuppel durchbrechen die Wand und lassen ein klein wenig Licht herein. Diese wenigen Sonnenstrahlen tauchen das Innere in ein dumpfes, fast mystisches Licht.

Schon damals gab es besonders gute „Graffiti-Künstler“, der beste damals war der Kalligraph (Schriftenmaler) Ali Reza Abbasi. Seine Kalligraphien galten und gelten als Meisterwerke ihres Fachs. Hier in der Lotfullah-Moschee hat er sich selbst verwirklicht.

Isfahan ist derart reich an Schätzen, dass eine Auflistung den Rahmen sprengen würde, eine sei jedoch noch erwähnt im Land der Moscheen, Minarette und singender Muezzine: die Armenische Kirche Kelisa-ye Vank. Im späten 17. Jahrhundert erbaut, ist ihr Inneres ein prachtvolles Panoptikum von persischen, byzantinischen und europäischen Architekturelementen. Eine Kirche im Iran, besucht von Christen wie Moslems, ist eine kleine Besonderheit und schon einmal der Rede wert. Überhaupt: zahlreiche alte Kirchen, gerade im Norden des Iran, wurden auf ausdrücklichen Wunsch des Iranischen Regimes in den letzten Jahren in den Status eines UNESCO-Weltkulturerbes erhoben.

Wir fühlen in Isfahan sauwohl, die Stadt hat ein tolles Flair, viele junge Leute, lebendig und scheinbar in großer Aufbruchsstimmung. Es wird modernisiert, renoviert, investiert – die Stadt möchte vorwärts kommen, raus aus dem Schatten Teherans als (angeblich) einzig moderne Stadt des Landes. Der Abschied fällt uns schwer, aber wie es eben so ist beim Reisen, es muss irgendwann weitergehen…

Was in Südamerika der Machu-Picchu, in Italien römische Ruinen oder in Nordeuropa frühzeitliche Felsmalereien sind, sind in Persien die Ruinen von Pasargadae und Persepolis samt den royalen Felsengräbern Nasqsh-e Rostam an steilen Berghängen.

Von Norden kommend ist die Steigerung der Highlights garantiert. Zuerst liegen dort in einer trocknen Hochebene auf ca. 1.900 Metern Höhe die Ruinen von Pasargadae. Der achämenidische König Kyros II besiegte genau hier 550 v. Chr. seinen großen Widersacher Astyages und als Zeichen seiner Freude und Dankbarkeit ließ er genau auf dem Schlachtfeld seine neue Königsresidenz erbauen. Eben Pasargadae. Dieser Ort hat in zweierlei Hinsicht etwas Spezielles. Erstens ließ Kyros II hier vor über sagenhaften 2.500 Jahren den ersten Persischen Garten anlegen, die typische, viergeteilte vollkommen symmetrische Gartenanlage, deren Typus noch bis heute in großen Parkanlagen Bestand hat. Damals, vor über 2.500 Jahren floss hier ein kleiner Fluss in der Nähe, Wasser war im Überfluss vorhanden, die Gärten müssen sagenhaft gewesen sein. Heute zeugen nur noch die alten Bewässerungskanäle von damals von der einstigen Größe der Anlage, ansonsten ist es hier trocken wie Knäckebrot – der Fluss hat irgendwann seinen Lauf geändert und nichts als Trockenheit und Staub zurückgelassen.

Der zweite Grund, warum diese Ruinen so bedeutend sind, ist der vollkommen erhaltene Grabbbau des Kyros II. Das Grab erinnert in seiner Form ein bisschen an eine auf einem Podest stehende Gartenlaube; es thront inmitten einer weiten Ebene als Solitär und zeugt noch heute von der Größe des lange verstorbenen Kyros II. Ansonsten sind auf einem weitläufigen Gelände ein paar Mauer- und Säulenstümpfe zu sehen; die Entfernungen zwischen diesen lassen noch heute erahnen, welch große Stadt es einst gewesen sein muss.

Was jetzt aber mitten in der Landschaft liegt, sucht seinesgleichen: Persepolis!

Darius der Große, ließ diese Stadt als seine Residenzstadt, als Zentrum des achämidischen Weltreiches ab 518 v. Chr. aus dem Boden stampfen. Als architektonisches Vorbild diente die Königsresidenz Pasargadae, die lediglich etwa 85 Kilometer entfernt liegt.

Schon der Klang des Namen Persepolis weckt Bilder im Kopf. Die gesamte Stadt wurde auf einer künstlichen Terrasse von 455 mal 300 Metern erbaut. Den Eingang markiert, nachdem man 111 Stufen nach oben geschritten ist, das „Tor aller Länder“, das wiederum von furchteinflößenden Mischwesen aus Menscheköpfen mit seltsam anmutenden Kronen und Pferdeleibern bewacht wird.

Fast alle Wände jeglicher Terrassen in Persepolis sind mit fein gearbeiteten Reliefs verziert. Viele davon erzählen Geschichten über Handel, Besuche fremder Könige oder stellen Szenen aus dem Leben der damaligen Zeit dar. Die meisten dieser Reliefs sind noch erhalten; gemeißeltes, 2.500 Jahre altes 3D-Kino. Unglaublich!

Es gab Paläste, Schatzkammern, Strassen, Händlerhäuser und den Saal der Hundert Säulen, damals Thronsaal von Xerxes I. Der Glanz hielt nicht lange, so gegen 311 v. Chr. kam Alexander der Große vorbei, plünderte und zerstörte die Stadt. Von den ehemals die Palastanlagen umgebenden Häuser ist nichts mehr da, die Reste der Palastanlage aber sind derart beeindruckend, dass wir beide kaum merken, wie sich der Sonnenbrand im Nacken ausbreitet.

Und weil die Könige von damals nicht kleckerten, sonder klotzen, haben diese sich in den nahegelegenen Bergen eine Nekropole in den Berg klopfen lassen, dass einem heute noch der Atem stockt. Naqsh-e Rostam. Dort finden sich vier Königsgräber, hoch oben in den Fels geschlagen, schwer zugänglich, gigantisch riesig. Auch hier zieren fantastische Felsreliefs die Wände. War Persepolis das damalige „Schöner Wohnen“ so war Naqsh-e Rostam das „Schöner Sterben“.

Pasargadae, Persepolis und Naqsh-e Rostam, drei Highlights in Persien, die wir glücklich sind gesehen zu haben.

Nach diesen wunderbaren Reisen in die vorchristliche Vergangenheit, in bezaubernde Moscheen und beeindruckende Paläste ist es an der Zeit, in die Gegenwart zurückzukommen. In Shiraz müssender zur wenig bezaubernden und wenig beeindruckenden „Passport & Immigration Police“, unterbracht in einem schmucklosen, tristen, nach Schweiß stinkenden Zweckbau der 70er Jahre. Wir wollen unser Visum für den Iran verlängern, da wir, wie allgemein üblich, nur ein 30-Tage-Visum bekommen haben. Ok, noch haben wir zum Ablauf des Visums zehn Tage, aber in allen möglichen Internetforen heißt es, in Shiraz seien die Beamten „großzügig“ und würden einer vorzeitigen Visaverlängerung nicht im Wege stehen.

Pünktlich um 8 Uhr sind wir da, werden auch sofort zum zuständigen „Chief of Visa“ gebracht, der sich freundlich und zuvorkommend unserer annimmt. Lange wird der kaum lesbare Einreisestempel im Pass studiert, dann beginnt das Rechnen und Blättern im Kalender. „To early, you still have 10 days. Come back later“. Och nee, denken wir uns, bitte, bitte, so ein kleiner Stempel muss doch auch heute schon möglich sein. „Wir verlassen Shiraz morgen, fahren nach Kerman und dann weiter in die Wüste“, argumentieren wir. „Und“, sagen wir ganz schlau und wief, „nächste Woche ist ja auch noch Feiertag und dann kommt das Wochenende und das wird sehr knapp“. „Then go to desert, come back from desert, extend in Kerman an then go to desert again“. Er bleibt stur. Schade, hätten wir diesen Behördengang doch gerne hinter uns gehabt.

Zur Aufheiterung unserer Gemüter schlendern wir uns in die Gassen von Shiraz. Ein friedliches Städtchen, aufgeräumt, sauber, überschaubar. Wir sind noch ein bisschen „überladen“ von den sagenhaften Eindrücken der letzten Tage. Die Wahrnehmungssinne sind voll.

Aber Persien wäre nicht Persien, wenn es Dich nicht immer wieder in seinen Bann ziehen würde. In der winzigen, versteckten Nasr-ol-Molk-Moschee rund um einen romantischen Innenhof mit plätschernden Brunnen, herrlichen Iwanen (arabische Torbauten) verzaubern uns die berühmten, strahlenden rosa-farbenen Fliesen, für die Shiraz so berühmt ist.

In einem seitlichen Gebetshaus, vom Innenhof durch bunte Glasfenster getrennt, spielt das Licht dank der bunten Glasfenster verrückt. Es ist wiedermal soweit: satt sehen fällt schwer!

Tags darauf weint Allah wieder, ein Segen für die einen, kühles Nass für die anderen. Wir gehen raus, fangen eine Träne auf und wünschen uns was. Normalerweise darf man seine Wünsche ja nicht preisgeben, aber was soll’s. Wir wünschen uns Wüste, Sand, Einsamkeit und das alles klappt. Immerhin werden wir keine 80 Kilometer von der afghanischen Grenze entfernt sein, umgeben nur von Sand, Sand und Hitze.

Also, auf in die Wüste Dasht-e Lut, dem heißesten Ort der Welt!

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