Fjordland

Auf Testfahrt in Norwegen!

September/Oktober 2015

Am 21. September 2015, genau 1.515 Tagen nach dem letzten Eintrag in unserem Blog geht es endlich, endlich wieder los. Und wie und mit was. Es ist ja auf dem neuen, diesen Blog kaum zu übersehen: Wir sind stolze Besitzer eines neuen Expeditionsmobils. Aloisius! Für ihn haben wir sogar extra einen LKW-Führerschein machen dürfen- soo groß ist er. Ok, nennen wir es eine Erfahrung, aber mit über 40 noch einmal in die Fahrschule, das ist definitiv kein Spaß! Aber das wäre eine andere Geschichte….

Doch jetzt sitzen wir überglücklich, ein klein bisschen aufgeregt und mit Stolz erfüllter Brust in unserem neuen Reisegefährt. Alles, was mit muss, hat seinen Platz gefunden ….. es kann also los gehen!

Unsere Probetour mit Aloisius führt uns gen Norden. Skandinavien. Nach Norwegen. Da wollten wir schon immer einmal hin. Das das nun mit unserem „frischen“ Aloisius klappt, ist besonders schön, so lernen wir neben ihm auch einen für uns ganz neuen Flecken dieser Erde kennen. Die Anfahrt ist mühselig, weil lang, platt und unaufgeregt. Über Norddeutschland geht es durch Dänemark und dort mit der Fähre von Hirtshals nach Kristiansand. Aloisius darf also zum ersten Mal Boot fahren!

Norwegen begrüßt uns mit heftigen Regenfällen. Hatte uns nicht JEDER gewarnt: Norwegen zu dieser Jahreszeit, ihr müsst komplett verrückt sein! Hmmh? Doch schon am Abend reißt der Himmel auf und der Wettergott meint es mit uns ab nun für die nächsten vier Wochen sehr, sehr gut, beschert er uns uns ein durchweg angenehmes, meist schönes, sonniges und vor allem trockenes Herbstwetter. So schön sei es noch nie gewesen um diese Jahreszeit, hören wir von den Einheimischen. Das freut uns. Sehr. Fahren wir doch sonst so oft durch Wetter, die es in dieser Schlechtheit eigentlich gar nicht geben dürfte….

Es ist Herbst und Herbst in Norwegen ist gleichbedeutend mit: alles hat zu! „Closed for the season“ heißt es nicht nur an den in Skandinavien einzigartigen Stabkirchen. So gut wie alles hat geschlossen: Museen, Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Fischmärkte, Campingplätze….. Egal! Der Vorteil für uns liegt auf der Hand: es ist leer, wir sind nicht selten die einzigen Reisenden weit und breit. Wir genießen die Ruhe, die Leere, die Natur im Wechsel der Jahreszeiten und die für Europa wohl einzigartige Einsamkeit an Fjorden, auf wilden Hochebenen, am Meer und in undurchdringlich wirkenden Wäldern. Die stimmungsvolle Jahreszeit, die atemberaubenden Landschaften und unser tolles, gemütliches neues mobile Zuhause machen die insgesamt fünfwöchige „Probetour“ somit zu einem wirklich ganz besonderen Erlebnis.

Von Kristiansand im Süden geht es Richtung Nordwesten immer entlang der Küste. Die anfängliche fast lieblich wirkende Schären- und Dünenlandschaft weicht ab Stavanger (übrigens eine sehr nette kleine Stadt) der rauen und einsamen Fjordregion. Einzigartige Landschaften, steile Berghänge, ruhiges, aalglattes Fjordwasser, riesige Gletscher, tosende Wasserfälle, kleine und größere Ortschaften, einsame Gehöfte, viele, viele Schafe und viele, viele Kilometer Straße. Eng, kurvig, steil hinauf und ebenso steil hinab. Aloisius hat zu schnaufen. Und wir lernen ihn richtig gut kennen: seine Ausmaße, seine Leistung, sein unermüdliches Geschnaufe, hinauf und hinunter, Kilometer für Kilometer. Mit ihm erreichen wir unwirtlich wirkende Hochebenen, enge Täler, schroffes Gebirge und immer mal wieder ein bisschen Zivilisation in Städten wie Bergen, Alesund oder Molde. Dort genießen wir köstliche, auf dem Fischkutter frisch gekochte Eismeergarnelen, natürlich auch Klippfisch (wirklich nicht weiterzuempfehlen!) und den seltsam riechenden und noch seltsamer schmeckenden Geitost-Käse. Wir schlendern durch wunderschön hergerichtete Altstädte mit ihren typischen, meist weiß gestünchten Holzhäusern, erfahren in den wenigen geöffneten, meist kleinen Museen, die alle sehr liebevoll und informativ gestaltet sind, viel über Land und Leute, Geschichte und Tradition. Wenn jetzt noch die Stabkirchen offen gehabt hätten (wenigstens eine!) wäre es nahezu perfekt gewesen.

Und natürlich besteigen wir den „Preikestolen“, jene, einem Predigtstuhl ähnelnde Felsplattform, an dessen Kante der Fels 600 Meter senkrecht in den Fjord abfällt. Wer schwindelfrei ist, kann sich zur (ungesicherten) Kante vorwagen. Und viele sind schwindelfrei. Wir nicht. So ganz. Ok, einer von uns hätte sich vielleicht, eventuell getraut; die andere definitiv nicht. Hier von Angst zu sprechen wäre noch untertrieben. Es gibt prickelnderes, als 600 Meter über dem Abgrund zu stehen und zu hoffen, jetzt, genau jetzt nicht zu stolpern… Aus „prickelfreier“ Distanz genießen wir die grandiosen Ausblicke bei wahrlichem Bilderbuchwetter. Und wer dann doch noch ein bisschen Mut zeigen wollte, konnte bei milden 11°C Außentemperatur in den 10°C „warmen“ Fjord hupfen. „Quite refreshing“ nannten es die Einheimischen. Wir nennen es saumäßig kalt. Männliche Selbstüberschätzung wurde hier abgekühlt…

 

Nur gut, dass es in Aloisius warm und gemütlich ist. Der Badende taut wieder auf. Wir testen und probieren nicht nur an diesem Tag viel. Heute ganz besonders Heizung und Warmwasser. Und stellen erleichtert und glücklich fest, dass es in Aloisius auch bei Schnee und Kälte ganz wunderbar angenehm, gemütlich und behaglich ist!

Fazit: eine tolle, eindrucksvolle und schöne Reise. Norwegen ist ein beeindruckendes Land. Am liebsten wären wir einfach weitergefahren, immer weiter. Bis ans Nordkap. „2.518 Kilometer“ stand auf einem Schild am Kap Lindernes, dem südlichsten Punkt Norwegens. Eigentlich ein Katzensprung…

Aber jetzt geht es erst einmal wieder auf richtig große Tour. Im Moment schaukelt Aloisius im Bauch eines riesigen Schiffes ums Kap Horn herum. Nach Australien. Wieder. Weil’s so schön war. Der nächste Bericht dann also von der anderen Seite der Erde. Bis dann!

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