Sydney

Endlich wieder da! 16.01.2011 Wir sind wieder unterwegs! Im Februar 2009, nach einem Jahr auf Reisen, nach über 40.000 gefahrenen Kilometern in Nordamerika, nach einigen Flugetappen Richtung Heimat, insgesamt vielen Abenteuern und nach zwei Wochen in Sydney endete unser Bericht über Sydney folgendermaßen: „Sydney war einfach sagenhaft. Die Stimmung, die Menschen, die Atmosphäre, das Leben. […]

Endlich wieder da!

16.01.2011

Wir sind wieder unterwegs!

Im Februar 2009, nach einem Jahr auf Reisen, nach über 40.000 gefahrenen Kilometern in Nordamerika, nach einigen Flugetappen Richtung Heimat, insgesamt vielen Abenteuern und nach zwei Wochen in Sydney endete unser Bericht über Sydney folgendermaßen: „Sydney war einfach sagenhaft. Die Stimmung, die Menschen, die Atmosphäre, das Leben. Einfach alles. Australien im Ganzen und Sydney im Besonderen haben es uns angetan. Wenn, ja, wenn wir mal wieder ein Jahr reisen, dann auf dem giftigsten Kontinent der Welt. Darauf könnt ihr alle Gift nehmen…“

Dezember 2010: wir sind wieder in Sydney, diesmal ist es der Ausgangspunkt für eine längere Erkundung des australischen Kontinentes. Irgendwie unglaublich, ein wenig surreal aber gut, saugut. Sofort ist es wieder da, dieses Gefühl von Leichtigkeit, Freiheit und Neugier wie es so schwer zu beschreiben ist. Wir kommen kurz vor Weihnachten an und erleben dieses bei hochsommerlichen Temperaturen und ansonsten so gar nicht weihnachtlich – es spielt keine große Rolle hier, außer dass die Stadt wie ausgestorben wirkt. Grund hierfür ist folgende australische Eigenheit: fällt eine gesetzlicher Feiertag auf ein Wochenende, werden der somit theoretisch entgangenen Feiertage einfach am nächst möglichen Werktag nachgeholt. So erleben wir sowohl über Weihnachten als auch über Neujahr viele Tage, an denen das Leben hier zum vollkommenen Stillstand zu kommen und erst ab dem 10. Januar langsam wieder zum Leben zu erwachen scheint. Dieser Umstand bringt es zwangsläufig mit sich, dass sich die Freigabe unserer Expeditionsmobil (das Anfang Januar Port Kembla, südlich von Sydney, erreichte) durch Zoll und Quarantäne zieht, und zwar sehr lange zieht. Schnell merken wir, dass sich unser eigentlicher Plan, Sydney in der ersten Januarwoche zu verlassen (samt Expeditionsmobil natürlich) nicht realisieren lässt und so harren wir der Dinge.

„Gestrandet“ in Sydney

Wahrlich gibt es bei Weitem unangenehmere Orte als Sydney, um behördlich verordnet zu „stranden“. Die Faszination dieser Stadt hat seit unserem letzten Besuch vor zwei Jahren nicht abgenommen. Im Gegenteil: unsere Erinnerungen und Erlebnisse werden durch neue Begegnungen, Perspektiven und Eindrücke auf das Wunderbarste bereichert. Je länger wir hier sind, je mehr wir sehen, kennenlernen und erleben, desto mehr zieht uns diese Stadt in ihren Bann.

Sydney als facettenreiche Stadt mit ihrer einzigartigen Lage am Wasser sowie ihre abwechslungsreiche Umgebung sorgen dafür, dass die Zeit wie im Flug vergeht und uns ganz bestimmt nicht langweilig wird.

Ein Erlebnis der besonderen Art und eine Entzauberung eines globalen Mythos war das angeblich so spektakuläre Neujahrsfeuerwerk an der Sydney Harbour Bridge: Am Abend des 30. Dezember werden die guten wie die nicht so guten Aussichtspunkte auf das weltberühmte Feuerwerk an der Sydney Harbour Bridge allesamt gesperrt und erst am nächsten Morgen gegen 9 Uhr wieder geöffnet. Bereits um 10 Uhr vermelden die Radiostationen, dass sich bereits Zehntausende von Zuschauern eingefunden haben. Von Ersthelfern werde Sonnencreme verteilt. Die Chance, einen wirklich guten Platz zu ergattern, sind also für uns bleichhäutige und nicht ortskundige Fremde verschwindend gering.

Jedoch gab es dieses Jahr eine Neuerung: alkoholfreie Feuerwerk-Anschau-Zonen und schwups war sogar für uns noch ein Plätzchen gefunden. Und zwar um 23:30 Uhr! Allerdings hinter der Brücke, aber angeblich ein „super spot, if not one of the best and most secret ones“. Wow! Gut gemacht …. dachten wir….

Punkt Mitternacht fängt es ohrenbetäubend an zu knallen, die ersten Feuerwerkskörper erleuchten das Firmament, Bewunderung ausdrückendes Grunzen und laute urzeitlich wirkende Uiuiui-Rufe sorgen für ein wenig spektakuläres, aber durchaus akustisch beeindruckendes Erlebnis. Und weil es der Gott des Windes, Aeolus, gut mit den Zuschauern auf der anderen Seite der Brücke meint, bläst er (wie wir später erfahren werden nun schon seit einigen Jahren) den Rauch fleißig und mit aller Hartnäckigkeit hinter die Brücke. Zu uns und mehreren tausend enttäuschten, bereits seit den Morgenstunden campierenden, in Vorfreude Wasser und Orangensaft trinkenden Einheimischen. Wenigstens sind wir nicht alleine mit unserer Enttäuschung.

Nach kurzen, rauchreichen 12 (!!!) Minuten ist alles Feuerwerk abgefeuert, wir stehen ungläubig da und wollen gerade unsere Neujahrsvorsätze fassen, da werden wir auch schon von der Security aus der alkoholfreien Feuerwerk-Anschau-Zone vertrieben. Willkommen in 2011!

Closed Port Day – Maritime Union of Australia Picnic Day

Am 3. Januar kam also unser Expeditionsmobil in Port Kembla an. Nach unseren Erfahrungen der letzten Verschiffung nach Halifax im März 2008 und dem Lesen unzähliger Blogs sind wir fest davon überzeugt, noch in der ersten Januarwoche aufbrechen zu können. Um den Prozess der Abnahme durch den Zoll und das Amt für Quarantäne zu beschleunigen, haben wir eine spezialisierte Agentur mit der Abwicklung dieser bürokratischen Hürden betreut. Zumal uns bewusst war, dass das Thema Quarantäne in Australien besonders akribisch, fast schon panisch gehandhabt wird. Ob die Hinzuziehung eines bezahlten Handlangers wirklich gut investiertes Geld war oder nicht, lassen wir dahingestellt.

Dass sich alles länger wie geplant und gehofft hingezogen hat, ist sicherlich nicht nur der gewerkschaftsfreundlichen Feiertagsregelung in Australien geschuldet, sonder auch der Tatsache, dass nach all den Feiertagen nun auch noch die Gewerkschaft der Seefahrer den jährlichen Hafen-Picknick-Tag am Hafenbecken feiert und hierfür der Hafen einen Tag geschlossen wird. So hat sich sicherlich ein gewisser „Stau“ an freizugebenden und zu reinigenden Waren aller Art angesammelt. Und sicherlich kommt auch nicht jeden Tag ein Expeditionsmobil wie das Unsrige (und dazu mit deutscher Zulassung) in Australien an. Und sicherlich mangelt es den hiesigen Behörden an reichhaltiger Erfahrung im Umgang mit derartigem Cargo. Beeindruckend dabei ist jedoch, dass all dies in einem Land passieren kann, das über keine Landbrücke zum Rest der Welt verfügt, wo jedes importierte Gut folglich den gleichen Weg gehen muss, was eine gewisse Art der Erfahrung voraussetzen könnte.

Täglich werden wir – auf Nachfrage – von der Agentur auf entweder den nächsten Tag vertröstet oder zum wiederholten Male um irgendein weiteres Dokument gebeten.

Letzter Stand der Dinge: Unser Expeditionsmobil sei angeblich letzten Freitag (14. Januar) gereinigt und desinfiziert worden und wird nun der Quarantäne zur wiederholten Begutachtung vorgeführt werden müssen.

Wir sind gespannt, wie viele Kilometer unser guter Knut in Australien schon zurückgelegt hat …. ohne uns!

Zu guter Letzt können wir jedem die ein oder andere Taxifahrt in Sydney empfehlen. Wir haben hierbei so einiges erlebt: einmal flog dem armen Taxifahrer der Motor seines Taxis in die Luft – umsteigen und weiter ging’s. Ein anderes Mal missachtete der Fahrer die hiesigen strengen Verkehrsregeln und musste satte $ 258 berappen, ins Röhrchen pusten und eine gehörige Standpauke über sich ergehen lassen. Sehr lehrreich für uns – wir werden die Regeln hier sklavisch einhalten! Und schließlich rammte ein Stadtbus gewaltig das von uns soeben bestiegene Taxi; der Vorfall war schnell geregelt – unkomplizierte interkulturelle Verständigung zwischen den Fahrern aus Bangladesch und Fiji. Beispielhaft!

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